fReiHeiT isT anStEcKenD

Jeder Mensch sucht Halt. Dabei liegt der einzige Halt im Loslassen.
Hape Kerkeling

Es gibt Tage, Abende, Nächte, an denen kommt alles zusammen. In diesem einen Moment wird der letze Tropen Wasser hinzugegeben, der das Fass zum Überlaufen bringt. Genauso, kann in so einem Moment auch alles perfekt sein. Dann sitzt man mit Freunden in einer Kneipe bei einem Bierchen, einem Weinchen und einer Mate und plötzlich machen zwei Menschen Musik. Der eine spielt Gitarre und der andere singt dazu. Und das sogar richtig gut. Solche Momente machen einen Abend noch schöner, als man erwartet hatte. Diese Spontanität gehört zu den Momenten im Leben, die man nicht beeinflussen kann. Sie passieren einfach.
Ich glaube, dass jeder irgendwann in seinem Leben mal an einem Tiefpunkt angelangt. Vielleicht nicht an einem absoluten Tiefpunkt, aber an einem persönlichen. Wenn man sich selbst mit anderen Augen betrachtet, geht es bestimmt immer noch schlimmer. Aber das brauch es auch gar nicht, um festzustellen, dass sich etwas ändern muss. Und im Rückblick auf die vergangene Zeit zu sehen, was falsch gelaufen ist und wie es überhaupt dazu kommen konnte.
Ein guter Grund, wie ich finde, um auszubrechen, das aufzugeben, was einen so unglücklich gemacht hat. Diese Taktik funktioniert eigentlich immer. Allerdings muss man auch feststellen, was einen in der aktuellen Situation noch glücklich macht, oder wenigstens das Potenzial hat, einen glücklich zu machen. Ich bin vielleicht noch zu jung, um als eine Expertin zu gelten, aber ich weiß, dass man gute Dinge auch mal festhalten sollte.
An diesem einen Moment, wenn dich dort, wo du verwurzelt bist, nichts mehr hält. Und du nur noch weg möchtest. Raus. In eine neue Welt. Momente, in denen du begreifst, dass nichts und niemand dagegen ankommen kann.
Und was tut man dann, wenn man ganz unten angelangt ist? Dann gibt es nur einen Weg, und zwar nach oben. Am besten, man fängt an Dinge zu tun, von denen man nie gedacht hat, dass man sie tun würde, dass man bereit dafür ist, dass man loslassen muss. All das gibt mir das Gefühl lebendig zu sein. Das ist es, was ich will. Ich will leben, ich will unvernünftig und frei sein, mich hingeben und lebendig sein. Nichts ist so vergänglich wie das Leben. Deshalb hat man immer die Wahl, ob man sich der Angst oder dem Vertrauen hingibt. Und wir wollen doch alle nur glücklich sein.

Wir waren so verdammt glücklich – und jetzt? – jetzt können wir es immer noch sein.

Juliy.

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